Im Oktober diesen Jahres (2009) war es wieder soweit; das Hechtfieber hatte uns voll befallen. Und wo kann man diese Krankheit besser auskurieren als in Irland, noch genauer bei Padraig und Eamonn Giblin in Scariff.
Der Ort liegt im County Clare, im Westen der grünen Insel, am Westufer des Lough Derg.
Dieser See, durch den der Shannon fließt, ist unter Hechtanglern ein feststehender Begriff für kampfstarke Fische jeder Größenordnung. In der Tat gibt seine Ausdehnung von über 7.000 Hektar Wasserfläche nicht nur uns Anglern genug Raum zu fischen, sondern auch den Hechten und Forellen ausreichend Platz zu echten Krachern abzuwachsen.
Genug der Vorrede. Am 03.10.2009 ging es los, zusammen mit meinem Freund Michael und Ryanair ab Düsseldorf/Weeze in Richtung Shannon Airport. Nach 40 Minuten Fahrt vom Flughafen ist Scariff erreicht.
An der Unterkunft wartete schon Padraig mit den besten Tipps und Tricks für die kommende Angelwoche.
Wir sind derartig elektrisiert, dass wir sofort ans, oder besser auf’s Wasser wollen. Die Klamotten abstellt, umgezogen und los geht’s.
Zum Bootshaus sind es nur 100m und schnell sind alle Gerätschaften an Bord des geräumigen Bootes, in dem schon ein Kescher liegt, dessen Ausmaße ungewöhnlich groß sind.
„Da sollen ja auch große Hechte rein,“ grinst Padraig, der mein Erstaunen bemerkt hatte.
Schnell noch die Rettungswesten angelegt, den Außenborder gestartet und raus auf den Lough Derg.
Als erste Stelle wollten wir rund um eine Insel mit dem Namen „Holy Island“ angeln, deren Wahrzeichen ein alter, schon von weitem erkennbarer, Turm ist.
Michael und ich versenken sehr gern tote Köderfische vom verankerten Boot, um Esox auf die natürliche Art zu überlisten.
Wir entschieden uns zunächst für über Grund angebotene, auftreibende Rotaugen. Ausgeworfen, die Rute abgelegt, Bremse ganz auf und warten.
Knapp eine Stunde später: Ein ganz sanftes Nicken an Michaels Rute und das langsame, gleichmäßige „Klick, Klick, Klick“ der sich drehenden Rollenspule.
Rute in die Hand, Bremse einstellen, Fühlung, Anschlag und nach einem spritzigen Drill ist der knapp 9-pfündige Hecht im Boot. Was für ein Anfang, doch leider tut sich an diesem Nachmittag nichts mehr, dafür schmeckt das erste Guinness im Pub wieder Spitze!
Ich will nicht jeden Tag den wir in der „Scariff Bay“ geangelt haben einzeln beschreiben. Die Adrenalinschocks und Glücksmomente bei gelandeten und den Ärger bei im Drill verloren gegangenen Hechten sind jedem Angler wohl bestens bekannt.
Unsere größten Hechtdamen während der Angelwoche lagen bei 19 und 22 Pfund (siehe Bilder). Was für ein Petri Heil!
Natürlich gab es auch den dazugehörigen „Unterbau“ an Hechten.
Die Überraschung war allerdings eine große Browntrout von über 4 Pfd. die den toten Köderfisch nahm. Was für eine Angelwoche!
Als sehr gute Köder hatten sich außer den bereits beschriebenen Rotaugen Salzwasserfische, insbesondere die Sardine erwiesen. Köderfische besorgt man am besten im Ort an der Tankstelle Tracy’s oder in T.J’s Angelladen in Killaloe, am Südende des Sees, ca. 12 km von Scarriff entfernt.
Für uns steht jedenfalls fest: „Padraig wir kommen wieder!
Michael und Christoph
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